Use Case
ADAMOS Partner Anwendung | Dürr: Smart Equipment Monitoring

Migration in die Zukunft

"Smart Equipment Monitoring" der Dürr Systems AG auf ADAMOS On-premise erhöht die Verfügbarkeit automobiler Lackieranlagen und verbessert den Workflow in Wartung und Instandhaltung.

Das im April 2018 in Betrieb genommene Innovationsprojekt „Smart Equipment Monitoring" der Dürr Systems AG und der Volkswagen Poznań Sp. z o.o. markiert einen weiteren Meilenstein der digital@DÜRR-Strategie. Konkret geht es im Werk Września um die kontinuierliche Erfassung, Analyse und Auswertung von Prozessdaten automobiler Lackieranlagen sowie um die Verwaltung von Stamm-, Event-, Alarm- und Messdaten als Grundlage vorausschauender Wartung und nachhaltiger Anlagen- und Prozessoptimierung. Mit an Bord des Innovationsprojektes ist auch die ADAMOS GmbH – insbesondere mit ihrer ADAMOS On-premise-Technologie.

Eine Lackieranlage im Automobilbau ist ein zigtausende Quadratmeter umspannendes hochkomplexes, interaktives Gebilde aus unzähligen Systemen, Robotern, Komponenten und Aggregaten. Wer für dieses produktive Zusammenspiel eine Zuverlässigkeit von 99,5% garantiert, der muss Anlage und Prozess offensichtlich bestens im Griff haben. Andererseits bleiben aber auch kaum Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung. Genau dieser Herausforderung hat sich die Dürr Systems AG gestellt.

"Es gibt für alles einen Grund"

Auf dem Weg zum anvisierten Zuverlässigkeitsoptimum standen für die Entwickler in Bietigheim-Bissingen vor allem zwei Fragen im Zentrum der Innovationsarbeit: Erstens das „Wie?“ und zweitens das „Warum?“. Beim „Wie“ geht es um den Weg zum Ziel beziehungsweise um den Aufwand, den Hersteller und Anlagenbetreiber erbringen müssen, um die imposante Zuverlässigkeitsquote zu erreichen. Das „Warum“ fragt hingegen nach den konkreten Ursachen des 0,5% Gaps jenseits von Murphy’s Law: Denn Fehler passieren nicht ohne Grund oder Vorwarnung.

Mit „Smart Equipment Monitoring" zum digitalen Optimum

Mit den (traditionellen) mechatronischen Möglichkeiten des Maschinen- und Anlagenbaus ließen sich die offenen Fragestellungen allerdings nicht beantworten. Erst die intelligente Nutzung neuer Streaming Analytics-Verfahren eröffnete vor rund drei Jahren die wegweisende Perspektive, die sich heute im „Smart Equipment Monitoring"-Projekt für den Automobilbau im Werk Września der Volkswagen Poznań Sp. z o.o. auf beeindruckende Art und Weise manifestiert. Einen wesentlichen Beitrag für das Zukunftsprojekt leistete dabei die Migration der bereits bestehenden Softwarelösung auf die ADAMOS-Plattform und so die Nutzung von On-premise Analytics-Funktionalitäten im Projekt.

Der effiziente Blick hinter die Daten

„Smart Equipment Monitoring" ermöglicht, Datenströme aus der Anlage im geschlossenen VW-Netzwerk kontinuierlich zu erfassen, zu analysieren und auszuwerten. Dazu verknüpft das System Daten aus mehreren Tausend Sensoren, Aktoren und Regelkreisen intelligent miteinander und wandelt sie in "Smart Data". Grundlage sind zum einen dynamische Soll / Ist-Wertevergleiche. Zum anderen ist die „Smart Equipment Monitoring" in der Lage, Anomalien im Prozessablauf anhand ungewöhnlicher Verhaltensmuster über bestimmte Signalgruppen und Zeitbereiche hinweg zu erkennen.

Aus der Summe der digitalen Erkenntnisse generiert sich schließlich ein digitales Zustandsbild, über das die Diagnoseintelligenz von „Smart Equipment Monitoring" ihrerseits zuverlässig die entscheidenden Parameter vorhersagen und die entscheidenden Fragen beantworten kann: erstens, wann wird sich eine Lackieranlage aus dem vorgegebenen Fenster der definierten Produktionsbedingungen bewegen und zweitens wo konkret ist die Fehlerquelle zu suchen.

Betreiber und Hersteller der Anlage erzielen dadurch nicht nur eine ganzheitliche Steigerung von Prozessqualität, Gesamtanlageneffektivität, sowie Instandhaltungs-Effizienz, sondern reduzieren auch den Aufwand zur Sicherstellung der Verfügbarkeit. Durch intelligente Remote-Unterstützung wird zusätzlich die Servicequalität erhöht und die "First Run Rate" (Prozentsatz der i.O.-Fahrzeuge nach Erstdurchlauf durch die Anlage ohne Nacharbeit) optimiert.

"The next big Thing"

Die vorausschauende Wartung ist mit „Smart Equipment Monitoring" also überzeugende Realität geworden. Die nächste Stufe „intelligente“ Nutzung neuer Streaming Analytics-Verfahren wäre Adaptivität in Echtzeit. Dies ist bis auf weiteres jedoch  Zukunftsmusik. Zwar bieten die Anlagen schon heute die nötige sensorische und steuerungstechnische Ausstattung. Zudem wird die Dürr Systems AG und damit die „Smart Equipment Monitoring" Software mit jeder Analyse hinzulernen. Und auch die ADAMOS IIoT-Plattform bietet die erforderliche Performance im Bereich von künstlicher Intelligenz und Machine Learning. Was allerdings fehlt, ist die Verfügbarkeit entsprechender Massendaten zur Entwicklung schnellerer und vor allem zu 100% "vertrauenswürdiger" Algorithmen. Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis sich die Dürr Systems AG und ADAMOS dieser Herausforderung stellen können. 

Dürr Systems setzt auf ADAMOS

Dürr

Die ADAMOS-Migration von "Smart Equipment Monitoring" bei Volkswagen Poznań Sp. z o.o. für das Werk in Września ist die weltweit erste ADAMOS On-premise-Referenz. Das Projekt steht im direkten Zusammenhang mit der Beteiligung der Dürr AG als Gründungsmitglied an der ADAMOS-Allianz im September 2017.

Erklärtes Ziel dieser strategischen Beteiligung ist die Harmonisierung der IIoT-Technologien des Konzerns über alle Unternehmensbereiche und Konzerngesellschaften. Weitere ADAMOS Applikationen unter anderem für Auswuchtmaschinen der Carl Schenck AG befinden sich bereits in der Umsetzung.

Als strategischen Mehrwert bietet die ADAMOS-Plattform der Dürr AG die Möglichkeit, alle Anwendungsszenarien in den Bereichen Public Cloud, Private Cloud, Hybrid Cloud und Edge Computing durchgängig auf Basis